‚Herrscht‘ Krieg? Überlegungen zu der Frage, ob wir ihm ausgesetzt oder (auch) ausgeliefert sind

  • Termin: Mi., 11. Oktober 2017, 18:00 Uhr
  • Leitung: Prof. Dr. Jürgen Manemann
  • Ort: fiph, Gerberstr. 26, Hannover
Fellow Vortrag I: Prof. Dr. Burkhard Liebsch (Bochum)

Der Vortrag diskutiert die These, dass Krieg aus Prozessen der Verfeindung entsteht, an der die künftigen Feinde wesentlich mit­beteiligt sind. Verfeindung ist nichts bloß Natürliches. Insofern ist es auch falsch zu sagen, in der Natur ›herrsche‹ bereits ein nichts und niemanden verschonender Krieg und der Krieg beherrsche uns. Die Herrschaft des Krieges kommt durch ›uns‹ zustande, auch wenn sie sich dann verselbständigt, so als ob er uns ›führen‹ würde und nicht wir ihn. Die Rede von der angeblichen Herrschaft des Krieges ist zu entmystifizieren. Allein deshalb besteht auch ein gewisser Anlass zur Hoffnung, sie effektiv zu durchkreuzen, wenn schon nicht sofort zu beenden, was niemand glaubhaft versprechen kann.

 

Prof. Dr. Burkhard Liebsch

lehrt apl. Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum; Arbeitsschwerpunkte: Prak­tische Philosophie/Sozialphilosophie; Theorie der Geschichte; Das Politische in kulturwissenschaftlicher Perspektive; spezielle Forschungsthemen: Gewaltforschung, Kulturtheorie, Lebensformen, Sensibilität, Erinnerungspolitik, Europäisierung, Erfahrungen der Negativität, Geschichte des menschlichen Selbst.