Rhizomatische Körper. Ein post-essentialistischer Versuch

  • Termin: Di., 30. November 2021, 19:00 Uhr
  • Leitung: Anne Specht
  • Ort: Vortrag im Tagungshaus, St. Clemens (Platz an der Basilika 3) und online via Zoom

Fellow-Vortrag Anastassija Kostan M.A.

Die US-amerikanische Philosophin Elizabeth Grosz entwickelt anhand verschiedener Motive alternative Konzeptionen materieller Körperlichkeit. Beleuchtete der letzte Fellow-Vortrag zu Elizabeth Grosz die affektive Dimension von Körpern, soll diesmal der Körper unter der von Gilles Deleuze und Félix Guattari vorgeschlagenen Perspektive des Rhizoms in den Blick genommen werden.
Der Botanik entlehnt bezeichnet der Begriff des Rhizoms ein pflanzliches Organ, welches der Organisationsform nach anderes gelagert ist als ein sich im Nährboden der Erde befindliches Wurzelgeflecht, das auf der Erdoberfläche sichtbare Pflanzenteile versorgt. Das Rhizom ist vielmehr ein Leitbündel, also ein ebenmäßiges und in sich vielschichtig verzweigtes Sprosssystem, das sowohl die unterirdischen Wurzeln als auch die überirdischen Blätter einer Pflanze hervorbringt, ernährt und vermehrt.
Grosz sucht mit dem Rhizom-Begriff sowohl hierarchische als auch dualistische und essentialistische Denk- und Bewertungssysteme zu übersteigen, die Geist und Körper voneinander trennen. Sie argumentiert dabei für eine feministische Politik, die nicht nur die gesellschaftliche Relevanz materieller Körper hervorhebt, sondern auch die privilegierte Stellung des menschlichen Geistes infrage stellt.

Anastassija Kostan M.A. studierte Philosophie, Soziologie und Geschlechterfor-schung in Frankfurt am Main und Paris. In ihrer Doktorarbeit „Die Sprache der Na-tur. Feministische Neo-materialismen Vicki Kirbys und Elizabeth Grosz'" analysiert sie einige Grundbegriffe feministisch-neomaterialistischer Forschung. Die neuartigen Perspektiven der beiden hierzulande noch wenig bekannten Autorinnen auf Körper-lichkeit und Sprache, Biologie und Diskursivität sowie Rationalität und Identität systematisch zu erfassen und einem breiteren Kreis zugänglich zu machen, steht dabei im Mittelpunkt.

Für den Zutritt zu Präsenzveranstaltungen gelten folgende Vorgaben:

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