Bodenlos situiert. Präliminarien zu einer politischen Phänomenologie

  • Termin: Do., 11. Februar 2021, 19:00 Uhr
  • Leitung: Marvin Dreiwes MA
  • Ort: Kath. Pfarrgemeinde St. Joseph, Isernhagener Str. 64, Hannover
Gastvortrag Prof. Dr. Thomas Bedorf (Hagen)

Wissen verdankt sich und wird nur produziert in praktischen Zusammenhängen. Wissenschaftstheoretisch wie politisch ist aus dieser Einsicht, die Objektivität, Universalität und Wahrheit unter Druck setzt, der Schluss gezogen worden, es gebe Wissen nur als situiertes. Die Phänomenologie ihrerseits betont die leibkörperliche Gebundenheit aller lebensweltlichen Sinnzuweisungen und Handlungsorientierungen. Alle kulturelle Bedeutung verdankt sich hier der gemeinsam Ko-Intentionalität in geteilten Horizonten, die Subjekte zu einem „In-Situation-sein“ (Sartre) werden lassen.

Aus dieser Gemeinsamkeit lassen sich Ansätze einer politischen Phänomenologie entwickeln, die subjektkonstitutive Erfahrungen zum Ausgangpunkt nimmt. Sie liefert dann kein „Begründungsprogramm“, sondern eine politische Reflexion, die ihre „Wurzeln in der menschlichen Praxis“ hat (Cl. Lefort).

Der Vortrag findet im Rahmen des nichtöffentlichen Workshops „Orte des Politischen“ statt, an dem u.a. O. Zenan Akin, Dr. Yoko Arisaka, Prof. Dr. Thomas Bedorf, Marvin Dreiwes, Prof. Dr. Andreas Hetzel, Dr. Mareike Kajewski, Prof. Dr. Jürgen Manemann und PD Dr. Franziska Martinsen teilnehmen.

 

Prof. Dr. Thomas Bedorf ist Professor für Praktische Philosophie an der FernUniversität in Hagen. Studium der Philosophie, Geschichte, Romanistik und Politikwissenschaft in Münster, Paris und Bochum. 2015–2017 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung, 2015–2019 Leiter des DFG-Projekts „Praktische Körper“. Seit 2019 ist er Sprecher des Forschungsschwerpunkts digitale_kultur der FernUniversität in Hagen.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Zahl der Teilnehmenden begrenzt und eine Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung ist ab dem 04. Februar 2021 unter der Tel.-Nr. (0511) 1 64 09 30 oder per e-mail an wittkamp@fiph.de möglich.