Buchpreis 2018: "Ich und die Anderen" (Isolde Charim)

Das Buch „Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert“ (Paul Zsolnay Verlag 2018) der Philosophin und Journalistin Isolde Charim wird mit dem Philosophischen Buchpreis 2018 ausgezeichnet. Thema der Ausschreibung war "Grenze und Pluralität".

Der Preis, der mit 3000 € dotiert ist, wird am Freitag, den 14. September 2018, um 19.30 Uhr in der Dombibliothek in Hildesheim durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung „Forschungsinstitut für Philosophie Hannover“, Prof. Dr. Ulrich Hemel, in einer öffentlichen Feier überreicht. Die Laudatio wird die Philosophin Prof. Dr. Birgit Recki (Universität Hamburg) halten.

 

Zum Buch:

Isolde Charims „Ich und die Anderen“ ist das richtige Buch zur richtigen Zeit. Denn die gegenwärtigen Diskussionen um „Obergrenzen“ und „Grenzsicherheit“ verweisen auf mehr als die Frage nach Landesgrenzen und Einwanderung. Charims Buch setzt genau hier an: bei der Frage, was Pluralisierung für unsere Identitätsbildung bedeutet. Sie kommt dabei zu dem „schwindelerregenden Befund“, dass die Selbstverständlichkeit einer vollen, gewissermaßen naiven Zugehörigkeit zur Gesellschaft verloren gegangen ist. Wir leben in einem „identitären Prekariat“, von der Pluralisierung „de-territorialisiert“. Ob dieses „Weniger-Ich“ eine Chance oder Gefahr ist, hängt davon ab, ob es gelingt, gesellschaftliche Ganzheit neu und anders zu denken. Charims „Begegnungszonen“ sind dabei ein Ansatz, mit Differenzen zu leben, ohne auf Homogenisierung zu setzen. Mit „Ich und die Anderen“ gelingt es Charim, die Erfahrung der Pluralisierung und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen philosophisch versiert, differenziert, anschaulich und mit der nötigen Sensibilität zu analysieren. Damit leistet sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Debatten um Identitätspolitik, (Rechts-)Populismus und religiösen Fundamentalismus, sondern auch zum notwendigen Prozess der Selbstvergewisserung.

 

Pressemitteilung