Kritische Perspektiven auf die Formierung von Kollektivität

  • Termin: Fr., 22. März 2019, 09:00 Uhr
  • Leitung: Dr. des. Mareike Kajeswki / Dipl. Pol. Agnes Wankmüller
  • Ort: fiph, Gerberstraße 26, Hannover
Workshop

Formen von Kollektivität sind die Grundlage von Politik und prägen die meisten Lebensbereiche und gesellschaftlichen Zusammenhänge. Trotzdem sind Kollektive in den letzten Jahrzehnten aus dem Blickfeld der kritischen Philosophie und der Politikwissenschaften mehr und mehr verschwunden: Gründe dafür sind der liberale Fokus auf das einzelne Subjekt und der cultural turn der sozialwissenschaftlichen und politischen Theoriebildung. Erst in der jüngsten Zeit bekommen Kollektive im Kontext von neuen Überlegungen um Materialität und Identität wieder mehr Beachtung.

Durch diese Perspektivverschiebung werden Kollektive wieder als vieldimensionale, sich individuell und kollektiv ereignende (als geschichts- und bewusstseinsprägende) Phänomene in den Fokus gebracht. Dabei werden besonders die Dynamiken und das Zusammenspiel von Affekten, Körpern und Räumlichkeiten als neue Dimensionen in die Analysen einbezogen. Diese werden für die Untersuchung der Formierung von Kollektivität immer bedeutender, gerade um auch neueste politische, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch reflektieren zu können. Unter Berücksichtigung dieser neuen Überlegungen erscheinen Kollektive also niemals lediglich als „Kategorienbeschreibungen“, sondern immer als tatsächlich auftretende, sich mehr oder weniger drängend artikulierende und sich prozessual ereignende politische Phänomene.

Diese Formierungen sind durch philosophische, gesellschaftswissenschaftliche und künstlerische Ansätze in ihrer Vieldimensionalität zu erschließen. Dabei gilt es, ein besonderes Augenmerk auf die Entstehung und die Dynamiken dieser Formierungen unter (neo-)materialistischen Vorzeichen zu werfen. Dies kann es erlauben, sie kritisch nachzuvollziehen und ihre normativen, nicht-normativen, konstruktiven oder auch destruktiven Potentiale freizulegen.

 

Diesen und weiteren Themen und Fragen wollen wir im Rahmen eines eintägigen Workshops in zwei Themenblöcken nachgehen: 1. Neue und alte Formen von Kollektivität 2. Kritische und subversive Potentiale von Kollektivität.

Abstracts können bis zum 31.10.2018 an wankmueller@fiph.de eingesandt werden. Nähere Informationen finden Sie im Call for Papers.