"Kann Philosophie Hass erklären?" (2021)

Am Anfang steht das Wort. Eine Rhetorik des Hasses geht zumeist Hassverbrechen voraus. In den letzten Jahren fanden immer mehr sprachliche Dokumente des Hasses Eingang in öffentliche, aber auch in parlamentarische Debatten.
Ein Forum für Hass ist vor allem das Internet. Hass-Rede ist nicht nur eine motivationale Quelle für Gewalt. Sie selbst ist bereits Gewalt, da sie für die Adressaten und Adressatinnen physische und psychische Folgen hat. Auch Wut und Zorn in öffentlichen Protesten erzeugen Hass. Sie steigern sich nicht selten zur physischen Aggression.
Hass scheint ein ausgeprägter Aggressionsaffekt zu sein. Es gibt heißen, durch starke Gefühle begleiteten und kalten, gefühllosen Hass. Es sind vor allem Psychologen und Psychologinnen, die in öffentlichen Diskursen versuchen, die Gründe des Hasses zu analysieren. Literaten und Literatinnen steuern detaillierte Beobachtungen bei.
All diese Versuche zeichnen sich dadurch aus, dass sie Hass in erster Linie in Handlungskategorien denken. Aber reicht das aus? Sind damit der Hass und seine Grundtönungen schon erfasst? Wird so bereits deutlich, welches Weltverhältnis im Hass zum Ausdruck kommt? Vermag eine philosophische Durchdringung des Hasses noch andere Erkenntnisse hervorzubringen, die wir benötigen, um einer Apotheose des Hasses entgegenzuwirken?
Der Essaypreis 2021 will zu einem philosophisch reflektierten Nachdenken über Hass ermutigen, um Chancen und Gefahren für das zukünftige Zusammenleben auszuloten.

Die Preisschriften werden auf Kosten des Forschungsinstituts veröffentlicht.

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