Kluge Radikalität. Perspektiven christlicher Politikethik

 

Zynismus und Ressentiments breiten sich in der Gesellschaft aus. Das Therapeutikum dagegen ist eine kluge Radikalität, die sich vom Guten her erschließt – so die These von Jürgen Manemann, der dafür argumentiert, dass das Gute den Blick auf die Wirklichkeit schärft. Kluge Radikalität setzt verkrustete Verhältnisse in Bewegung und lässt Menschenmögliches Realität werden. Damit entspricht die kluge Radikalität dem Prinzip christlicher Politikethik, die daraus erwächst, in einer auf das Äußerste berechnenden und berechneten Welt schlicht und einfach umsonst zu handeln.

 

Kluge Radikalität reißt aus Gleichgültigkeit heraus. Sie gebiert Praktiken gegen die zunehmende Verkümmerung und Abstumpfung unseres Vermögens zur Mitleidenschaft. Die Radikalität, um die es hier geht, erschließt sich vom Guten her. Denn nur das Gute ist radikal. Das Gute schärft den Blick auf die Wirklichkeit, weil es unsere Wahrnehmungsweisen verändert. So treten Verdrängtes und an den Rand Gedrängtes in den Blick. Diese Schärfung des Seh-Sinnes ist die Voraussetzung von Klugheit.

 

Das Buch steht für eine neue Disziplin: christliche Politikethik. Kluge Radikalität ist das Prinzip dieser Ethik. Kluge Radikalität durchbricht und unterbindet jeglichen komplizenhaften Umgang mit herrschenden Verhältnissen. Christliche Politikethik steht für kreative Macht. Als solche ist sie revolutionär. Sie erinnert an eine Macht, die aus einem Tun erwächst, das darin besteht, in einer aufs Äußerste berechnenden und berechneten Welt schlicht und einfach umsonst zu handeln.

 

Das Buch ist 2026 im transcript Verlag erschienen (196 Seiten).