Zur Ideologie des Trumpismus VI: Leo Strauss und die deutsche Philosophie in Amerika

  • Termin: Di., 19. Januar 2027, 19:00 Uhr
  • Leitung: Jürgen Manemann
  • Ort: fiph, Gerberstr. 26, Hannover

Vortrag: Stephan Steiner 

 

Der Vortrag will anhand einer Interpretation des von Leo Strauss 1941 gehaltenen Vortrages „German Nihilism“ eine exemplarische Rekonstruktion der Entwicklung seines politischen Philosophierens vorstellen. Im Zentrum steht dabei die Aufgabe, die bislang vernachlässigten Kontinuitäten und Transformationen seines Denkens im Übergang zwischen Weimarer Republik und amerikanischem Exil herauszuarbeiten. Die autobiographischen Bezüge des gewählten Textes zeigen Strauss als Bewunderer der so genannten "konservativen Revolution", auf die er sich in den Gestalten Ernst Jüngers, Carl Schmitts und Martin Heideggers bezieht. Die Analyse des Vortrags wird zeigen, wie Strauss in den USA eine Kritik liberaler, westlicher Gesellschaften formulierte, die er im Deutschland der Zwischenkriegszeit kennenlernte. Dieser folgend beharrt er auf der Legitimität der deutschen, nihilistischen Ablehnung "offener Gesellschaften" und empfiehlt seinen Zuhörern das Ideal "geschlossener Gesellschaften" als einzigem Weg zur Rettung des Liberalismus. Die verschlungenen Wege, die Strauss für eine solche Verteidigung des "römischen Gedankens" beschreitet, sollen freigelegt und in ihrer Logik nachvollzogen werden.

 

Vortrag im fiph und online via Zoom – https://eu01web.zoom.us/j/67874439876

 

Dr. Stephan Steiner studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft an den Universitäten Innsbruck, Tübingen und Paris. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Dresden, Wien und Chicago. Er promovierte zur politischen Philosophie von Leo Strauss am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. An der Katholischen Akademie in Berlin verantwortet er das Philosophie-Programm und gründete ein Forum zur Auseinandersetzung mit jüdischen und christlichen Traditionen politischen Denkens (https://intellectualdiaspora.org/).

 

HINWEISE ZUR BARRIEREFREIHEIT: Die Veranstaltungen finden in der Regel in deutscher Sprache statt. In den Diskussionen sind auch englische Beiträge willkommen. Die Räumlichkeiten des fiph sind leider nicht barrierefrei zugänglich. Bei Interesse an einer Teilnahme und besonderen Bedarfen sprechen Sie uns gerne im Vorfeld an.