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- Termin: Di., 12. Januar 2027, 19:00 Uhr
- Leitung: Jürgen Manemann
- Ort: fiph, Gerberstr. 26, Hannover
Vortrag: Miriam Schröder
Gerade angesichts der Klimakatastrophe zeigt sich, wie dringend wir neue Ideen und neue Geschichten brauchen: Geschichten davon, wie ein anderes Zusammenleben auf diesem Planeten möglich sein könnte. Nur zu sagen, was schlecht ist und falsch läuft, reicht nicht aus. Es fehlt die Vorstellung davon, wie es anders sein könnte. Genau hier kommt Spekulation ins Spiel: das Denken über das Gegebene hinaus, das Erfinden neuer Begriffe, Bilder und Erzählungen für ein Zusammenleben, das es so noch nicht gibt. In meinem Vortrag zeige ich, dass ernsthafte Gesellschaftskritik ohne ein solches spekulatives Moment kaum auskommt – zugleich aber auch, warum Spekulation riskant ist: Sie kann abheben, sich von der konkreten Wirklichkeit lösen und zu einer bloßen Wunschvorstellung werden, die nichts mehr mit den tatsächlichen Verhältnissen zu tun hat.
Anhand von drei unterschiedlichen Denker*innen – Theodor W. Adorno, der für seine umfassende Kritik der Gesellschaft als Ganzer bekannt ist; Saidiya Hartman, die die Geschichte der Sklaverei mit spekulativen Mitteln neu erzählt; und Donna Haraway, die in spekulativen Erzählungen neue Formen des Zusammenlebens von Menschen, Tieren und anderen Akteur*innen entwirft – gehe ich der Frage nach, wie sich Kritik und Spekulation sinnvoll verbinden lassen.
Fellow-Vortrag im fiph und online via Zoom – https://eu01web.zoom.us/j/65397491803
Miriam Schröder M.A. ist Doktorandin an der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung in Frankfurt a. M. Seit Oktober 2026 ist sie Fellow am fiph. Ihr sozialphilosophisches Dissertationsprojekt trägt den Titel „Epistemologien des Spekulativen. Kritik und Spekulation bei Theodor W. Adorno, Donna J. Haraway und Saidiya Hartman“. Ihr Master-Studium Politische Theorie absolvierte sie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M., der Technischen Universität Darmstadt und der New School for Social Research.
HINWEISE ZUR BARRIEREFREIHEIT: Die Veranstaltungen finden in der Regel in deutscher Sprache statt. In den Diskussionen sind auch englische Beiträge willkommen. Die Räumlichkeiten des fiph sind leider nicht barrierefrei zugänglich. Bei Interesse an einer Teilnahme und besonderen Bedarfen sprechen Sie uns gerne im Vorfeld an.
