Dr. Kira Meyer

Fellow von Oktober 2026 bis September 2027

Zur Person

Dr. Kira Meyer hat an der Universität Hamburg Philosophie und Politikwissenschaften studiert. Ihren Doktor in Philosophie hat sie 2025 an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel gemacht. In ihrer Doktorarbeit entwickelt sie ausgehend von der Idee des Menschen als leiblich-natürliches Wesen ein Konzept nachhaltiger Freiheit.

Zuvor war sie Gastwissenschaftlerin an der Universität Rostock und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der CAU Kiel sowie Universität Hamburg. Sie ist Mitglied der Nachwuchsforschungsgruppe „Strukturen des Gegebenen“ an der Universität Greifswald.

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Umweltethik, Politischen Philosophie, Phänomenologie und Theorien der Nachhaltigkeit. Weitere Forschungsinteressen stellen die Moralphilosophie, Feministische Philosophie und Naturphilosophie dar.

Das Projekt am FIPH

Demokratische Institutionalisierung nachhaltiger Freiheit

Wenn Nachhaltigkeit nicht als Einschränkung, sondern als Bedingung von Freiheit verstanden wird, muss Demokratie so gestaltet sein, dass diejenigen, deren Freiheit von heutigen Entscheidungen betroffen ist, angemessen in politische Willensbildung, Repräsentation und öffentliche Deliberation einbezogen werden. Das Projekt geht der Leitfrage nach, welches Demokratieverständnis geeignet ist, die gleiche nachhaltige Freiheit gegenwärtiger und zukünftiger Gesellschaftsmitglieder zu gewährleisten. Ausgehend von ausgearbeiteten Theoriearchitekturen der deliberativen Demokratie (Dryzeck, Habermas, Lafont) soll analysiert werden, was daraus hinsichtlich der demokratischen Selbstbestimmung folgt, wenn diese Entscheidungen zugleich die Freiheitsbedingungen zukünftiger Menschen bestimmen.

Es soll untersucht werden, welche Neuerungen des parlamentarischen Systems beziehungsweise der demokratischen Institutionen sich ergeben, wenn man von der grundsätzlichen Vereinbarkeit der Ideale Freiheit und Nachhaltigkeit ausgeht. Dafür werden die unterschiedlichen Perspektiven von liberalen, republikanischen und deliberativen Demokratietheorien einem Vergleich unterzogen. Die Arbeitshypothese lautet, dass deliberative Demokratietheorien einen besonders weiterführenden Beitrag zur politischen Verwirklichung nachhaltiger Freiheit leisten können. Diese soll zum einen durch die kritische Analyse der alternativen Positionen (liberale / republikanische Demokratie) fundiert werden. Zum anderen sollen die der deliberativen Demokratietheorie zugrundeliegenden Annahmen hinterfragt werden. Dabei werden insbesondere aktuelle Vorschläge aus der politischen Phänomenologie herangezogen, um die Erfahrungsbedingungen der kommunikativen Praxis zu untersuchen. Auf dieser Grundlage kann sodann analysiert werden, welche normativen Kriterien aus dem deliberativen Demokratieverständnis für die Gestaltung demokratischer Institutionen folgen.

Das Forschungsprojekt will somit ein normatives Modell nachhaltiger demokratischer Selbstregierung ausarbeiten. Damit soll zugleich eine Grundlage gelegt werden, von der ausgehend konkrete institutionelle Reformen der Demokratie analysiert und bewertet werden könnten.