Zwischen Gehen und Bleiben. Migration als existenzielle und gesellschaftliche Herausfor-derung

  • Termin: Di., 20. Juni 2017, 18:00 Uhr
  • Leitung: Dr. Ana Honnacker
  • Ort: fiph, Gerberstr. 26, Hannover
Fellow-Vortrag VII: Prof. Dr. Burkhard Liebsch (Bochum)

Dieser Vortrag stellt zweierlei zur Diskussion: (a) wie sich Migration im Allgemeinen als ein Prozess zwischen (Weg-) Gehen und (Hier-) Bleiben verstehen lässt; und (b) wie die Erfahrung der Migration durch das bevorstehende oder erfolgte Weggehen auch das „Bleiben“ all derer in Frage stellt, die sich einer Bleibe (d.h. einer Unterkunft, Wohnung, aber auch eines legalen Aufenthalts) fraglos sicher zu sein scheinen. Das Leben in einer Gesellschaft, die mehr oder weniger tief greifend von Erfahrungen der Migration geprägt ist ‒ Soziologen sprechen von „Migrationsgesellschaften“ ‒, muss entscheidend durch eben diese Infragestellung charakterisiert sein. Das ist die Ausgangsthese, deren sozialphilosophische Implikationen der Vortrag zur Sprache bringt.

Prof. Dr. Burkhard Liebsch lehrt apl. Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum; Arbeitsschwerpunkte: Prak­tische Philosophie/Sozialphilosophie; Theorie der Geschichte; Das Politische in kulturwissenschaftlicher Perspektive; spezielle Forschungsthemen: Gewaltforschung, Kulturtheorie, Lebensformen, Sensibilität, Erinnerungspolitik, Europäisierung, Erfahrungen der Negativität, Geschichte des menschlichen Selbst.