„Warum nicht alle gleich viel haben müssen“. Anmerkungen zu Harry G. Frankfurts Reflexionen zu Gleichheit und Freiheit

  • Termin: Di., 16. Mai 2017, 19:00 Uhr
  • Leitung: Prof. Dr. Jürgen Manemann
  • Ort: Bildungsverein Hannover, Wedekindstr. 14, Hannover
Vortrag: Prof. Dr. phil. habil. Peter Moritz (Hannover)

Der amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt ist wieder mit einem kleinen Bestseller in die Öffentlichkeit getreten: „Ungleichheit. Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen.“

Frankfurt vertritt in seinem Büchlein nicht nur die provokante These, dass „ökonomische Ungleichheit an und für sich moralisch unschuldig ist“; sondern behauptet selbstbewusst darüber hinaus, dass „es tatsächlich schädlich sein kann, ökonomische Gleichheit an sich für ein moralisch wichtiges Ziel zu halten“. Statt auf politisch-moralisch motivierte Umverteilung des Geldes zu setzen, fordert der Autor vielmehr das Individuum selbst auf, losgelöst von egalitär-monetären Postulaten seine „besonderen Bedürfnisse“, Potentiale und Glücksbestrebungen einzuschätzen und zu entfalten.

Welche Utopie, welche Vorstellungen über Glück, Gerechtigkeit und Freiheit verbergen sich hinter der Argumentation des Philosophen? Und sind die Werte der Aufklärung - Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit - überhaupt weitgehend entkoppelt vom je spezifisch sozio-ökonomischen Geflecht moderner politischer Gesellschaften zu realisieren? Diese und weitere Fragen werden im Vortrag beleuchtet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Bildungsverein Hannover.

 

apl. Prof. Dr. phil. habil. Peter Moritz lehrt am Institut für Erziehungswissenschaften der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover und ist darüber hinaus in der Erwachsenenbildung aktiv. Seine Forschungsschwerpunkte sind Sozialphilosophie, Kritische Theorie der Gesellschaft und Formen der Unterhaltungsindustrie.