Politik und Emotionen – Zur Relevanz von Gefühlen im politischen Handeln

  • Termin: Di., 23. Mai 2017, 18:00 Uhr
  • Leitung: Dr. Ana Honnacker
  • Ort: fiph, Gerberstr. 26, Hannover
Fellow Vortrag III: Mareike Kajewski M.A. (Frankfurt a.M.)

Die Debatte um den Stellenwert von Emotionen im politischen Handeln ist derzeit ein vieldiskutiertes Thema. Der Vortrag wird sich diesen Themenbereich unter folgenden Fragen ansehen: Welche Rolle spielen Gefühle für demokratische Handlungsprozesse? Auf welche Weise kommen Emotionen im politischen Handeln vor und sind sie positive oder negative Faktoren in diesen Handlungsprozessen? Gibt es politische Emotionen?

Gefühle liefern Gründe, die zu verschiedenen politischen Handlungen motivieren. Dabei ist jedoch nicht klar, ob und welchen Informationsgehalt diese Gefühle für demokratische politische Praktiken haben. So kann Wut beispielsweise Menschen dazu bewegen, sich gegen ungerechte Zustände aufzulehnen. In politischen Befreiungsbewegungen ist Wut ein entscheidender Faktor, der zu widerständigem Handeln führt. Emotionen können aber auch genutzt und manipuliert werden, so dass sich hinter dem vorgeschobenen Gefühl der Sorge beispielsweise Hass gegenüber Minderheiten verbirgt. Gefühle scheinen so betrachtet als vernünftige Motivationen bzw. als ausschlaggebende Bestandteile für die Dynamik demokratischer Prozesse einen unklaren Status zu haben. Dies nimmt der Vortrag zum Anlass, sich die Dynamik von Emotionen und Gefühlen im politischen Handeln anzusehen.

 

Mareike Christine Kajewski M.A. hat Philosophie, Politikwissenschaft und Germanistik in Köln und Frankfurt am Main studiert. Derzeit promoviert sie an der Goethe Universität Frankfurt am Main zum Thema „Widersprüche revolutionären Handelns“. Forschungsaufenthalte führten sie an die Universiteit van Amsterdam und an die Sorbonne in Paris. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der politischen Philosophie und Theorie, der Sozialphilosophie, der Ethik, der Französischen Philosophie, der Feministischen Theorie und der Ästhetik.